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Die unerträgliche Sinnlosigkeit des Seins

Ich gebe es zu: Ich habe ein Problem mit Frauen, die zuhause sitzen und sich von Ihren Männern aushalten lassen. Promi-Sternchen machen es vor, sie nennen sich Schmuckdesignerin oder werden Insta Influencerin!

How simple can life be?

Spannend, dass jetzt Vorstadt-Muttis aus dem Boden sprießen und Produkte in die Camera ihres iPhones halten, in der Hoffnung, entdeckt zu werden. Da hat man auch ohne Job, was Eigenes. Was früher das Jodeldiplom war, ist heute die Instagrammerin. 

Irgendwie ist der Trend an mir vorbeigezogen. Ich finde es alles andere als ok, zuhause zu bleiben, den ganzen Tag durch Instagram zu surfen und sich für die Einrichtung eines Haus beklatschen zu lassen, die man vom schwer verdienten Geld des Mannes erworben hat. Da fehlt mir schier das Verständnis.

 

Den Partner arbeiten zu schicken, während Mama shoppen geht - vom Papas Geld - das hat nicht Stil, das ist einfach nur unsozial und egoistisch!

 

Wann haben wir aufgehört, Familie zu sein? Wann ist der Zusammenhalt auf der Strecke geblieben? Sollte es nicht das Bestreben einer jeden Frau sein, den Mann zu unterstützen? Egal wie viel der Mann verdient! Man muss es nicht mit zwei Händen rauswerfen! Und ein zweiter Verdiener schafft Sicherheit und entlastet enorm, wenn nicht die ganze Verantwortung für die Familie auf einer Schulter lastet. 

Burnout, Schlafstörungen und Depressionen sind heute an der Tagesordnung. Wenn alle mithelfen, kann der Hauptverdiener auch ein bisschen kürzer treten. Und wenn Mutti mitverdient, hat Papa eben auch mal frei und kann mit den Kindern etwas unternehmen. Ist es der pure Egoismus, der Frauen antreibt sich aushalten zu lassen? Zuhause einen auf Shopping Queen machen, anstatt ihren Teil für die Gemeinschaft zu leisten?

 

Abgesehen davon, werde ich nie verstehen, wie man so wenig Anspruch an das eigene Sein haben kann. Dass man Tag für Tag zuhause auf der Designer Couch hockt und der einzige Lebensinhalt darin besteht, die eigens dafür angeschafften Blumenvasen und Sofakissen für das nächste Istagram abzulichten.

Versteh einer die Tausenden von Followern, die die immer gleichen Gegenstände in unterschiedlichen Arrangements täglich aufs Neue verherzen! Kissen links, Kerze rechts. Morgen mit Rose, heute mit Tulpe! 

Wenn jetzt noch eine der getaggten Firmen auf dich aufmerksam wird, hast du es geschafft. - Tschakka - Oder doch nicht? Und was, wenn's keinen interessiert?

 

Besonders dreist, finde ich vor allem, dass sich die Damen mit fremden Federn schmücken. Sie lassen sich beweihräuchern für Dinge, die sie sich ohne das Geld ihrer Männer gar nicht leisten könnten. Schöner Wohnen 2.0! Guckt mal alle wie hübsch ich es hab. Ist nicht meins, aber was soll´s. Der Zugewinngemeinschaft sei Dank.

 

Vielleicht mache ich ja was falsch? Vielleicht sollte ich ab sofort auch Kerzen auf einem Brettchen arrangieren, hoffen entdeckt zu werden und meinen Selbstwert aus der Anzahl meiner Insta-Follower gewinnen und dem Besitz eines Thermomix.

 

Nein, ernsthaft. Solange in Deutschland Kinder verhungern, keinen uneingeschränkten Zugang zu Bildung haben, keine Geld für Bücher oder dringend benötigte Nachhilfe da ist. Solange unsere Großeltern in Altersarmut leben und die wenigen Menschen, die arbeiten gehen, sich komplett übernehmen und an Burnout, Herz- und Kreislauferkrankungen erkranken oder gar sterben. Solange sollten wir uns nicht in Oberflächlichkeiten verlieren.

 

Schenken statt Kaufrausch, echte Hilfe statt Socila-Media Postings, Wertschätzung vs. Ausnutzen, Nachhaltigkeit statt Designerklamotten. Es gibt so viel Besseres, was ihr mit Eurer Zeit anstellen könnt, zum Beispiel euren Partner wertschätzen, unterstützen und lieben. 

 

Es gibt wirklich Wichtigeres als die unerträgliche Oberflächlichkeit des Seins.